Letztes Update:
2010/08/19 17:01

Nicht angemeldet: anmelden


info[klammeraffe]subkontent.at

Trackshittaz: Alloa bam Fraunz
Zwei Mühlviertler mit einer Persiflage auf Alors ...
von cri | 2010/08/19 17:01
Alva Noto: unitxt u_08-1
von cri | 2010/08/19 12:23
Bibliothek ungelesener Bücher
Seit 1997 haben sich über 500 Interviews zu ungelesenen ...
von cri | 2010/08/15 14:55
Ming Wong: Sprache und Identität
Der in Berlin und Singapur lebende Künstler Ming ...
von cri | 2010/08/11 13:25
dctp.tv: Grodek. Klage.
[dcpt.tv]
von cri | 2010/08/10 14:30

Mittwoch, 6. Dezember 2006

Parlamentsprotokolle geschönt

Eine Stenographin im Hohen Haus berichtet im Standard über ihre Arbeit:
Nach den Sitzungen werden Rohentwürfe, die eine Schreibkraft mittels digitalem Aufzeichnungssystem anfertigt, mit den Aufzeichnungen der StenographInnen verschmolzen. Vollkommen "Eins zu Eins" kann die gesprochene Sprache einer mehr oder wenigen freien Rede natürlich nicht verschriftlicht werden. "Der Inhalt soll doch zumindest logisch sein und grammatikalisch stimmen," erklärt Gradischnik-Schanner den mühevollsten Teil ihrer Arbeit.
Also wird dort den Gesetzen von Sprache, Grammatik und Stil angepasst und hier eine Peinlichkeit unter den Tisch fallen gelassen.
Gradischnik-Schanner erinnert sich an etliche rhetorische Schmankerl, die mitunter Heiterkeitsanfälle im Nationalrat nach sich zogen. "Jeder kennt ein Hunderl oder ein Herrl, dessen Schwänzchen kupiert ist, ..." habe sich ein/e Abgeordnete/r zum Beispiel einmal schwer getan, das passende Verb mit dem passenden Objekt zu vereinen. Solche peinlichen Schnitzer streiche man aus dem Protokoll, erklärt die Chefstenographin.
Auch Aussagen wie "20 Prozent, also genau ein Viertel" werden gnädig korrigiert. Ein bisserl ausgebessert wird auch, wenn einer der Abgeordneten "wörtlich aus dem Gedächtnis zitiert" oder sich eine Argumentation darauf stützt, dass sich in den letzten Jahren "die Toten auf der Straße vermehren". Dass der Inhalt einer Wurst nicht zu "75 Prozent aus Österreich bestehen" kann, ist auch klar und von einem "Cabernossa-Gang" hat kaum jemand schon gehört. [derStandard.at]
Nett zu lesen ist etwa Finanzminister Karl-Heinz Grassers Beantwortung einer dringlichen Anfrage am 17. Juni 2003:
Herr Präsident! Herr Bun­deskanzler! Werter Regierungskollege! Meine sehr geehrten Damen und Herren Abge­ordneten! Ich bedanke mich dafür, dass ich in einer Woche zum dritten Mal Gelegen­heit habe (Ruf bei der SPÖ: Das wird dir schon vergehen!), dem Nationalrat und auch der Öffentlichkeit vor Augen zu führen, mit welch lächerlichen Argumenten einerseits und mit welch unfassbaren inkriminierenden Unterstellungen - die ich auf das Schärfs­te zurückweise! - auf der anderen Seite hier gearbeitet wird. (Beifall bei der ÖVP und den Freiheitlichen. - Heftige Zwischenrufe bei der SPÖ.) [...]
[Stenographisches Protokoll, 24. Sitzung des Nationalrates der Republik Österreich, XXII. Gesetzgebungsperiode, Dienstag, 17. Juni 2003]


link (0 kommentare)   kommentieren  

Dezember 2006
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 
 
 
 
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 7 
11
12
16
17
18
21
22
23
24
25
26
27
28
30
 


blogs

xml version of this page

resident of antville.org
powered by
helma object publisher