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Mittwoch, 8. Februar 2012
Norddeutsch, Kiezdeutsch und Bairisch
2012/02/08 12:12 - cri | sprache
Zwei interessante aktuelle Artikel über Sprache in der Süddeutschen Zeitung:
1. Eine Rektorin in Passau habe "Hallo" und "Tschüss" von ihrer Schule "verbannt", weil die beiden aus dem Norden eingewanderten Begrüßungswörter in Bayern, unhöflich seien. Reinhard Wittmann, früherer Literaturchef des Bayerischen Rundfunks, wird unterstützend mit diesen Worten wiedergegeben:
Der Sprecher bewege sich damit unverbindlich auf der untersten sprachlichen Ebene. Ein freundlicher Gruß wie "Grüß Gott" oder "Guten Tag" sei dagegen ein Ausdruck jener Höflichkeit, wie man sie in einer kälter werdenden Massengesellschaft so dringend benötige.
[Hallo, Pfiati - und Tschüss]
2. In einem Interview spricht die Sprachwissenschaftlerin Heike Wiese über ihre Erforschung des Berliner Kiezdeutschen unter Jugendlichen. Vor allem untersucht sie den Einfluss von Sprechern mit Migrationshintergrund auf die Umgangssprache.
Wir haben zum Beispiel herausgefunden, dass alle Jugendlichen in Kreuzberg Kiezdeutsch sprechen - unabhängig von ihrer Ein- oder Mehrsprachigkeit, ihrer deutschen, türkischen oder arabischen Herkunft. Anders ist es in einem eher monoethnischen Stadtteil wie Hellersdorf. Da sprechen die Jugendlichen kein Kiezdeutsch, sondern klassischen Berliner Dialekt. Nur "Atze" sagen alle.
[Ich bin Alexanderplatz]
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