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Norddeutsch, Kiezdeutsch und Bairisch
Zwei interessante aktuelle Artikel über Sprache ...
von cri | 2012/02/08 12:12
Jochen Höller: karl marx - das kapital / arbeit-geld
Jochen Höller hat die Wörter "Arbeit" und ...
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Mittwoch, 5. Januar 2011

Alva Noto & Blixa Bargeld: Ret Marut Handshake (2010)

Ich schreibe nicht, ich schreie!
Eine Erinnerung an Ret Marut a.k.a. (?) B. Traven a.k.a. ...


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Wipeout: Der Zerissene (2001)


Musik: Wipeout, Text: Johann Nestroy (aus: Der Zerrissene (1844)):
1.
Ich hab' vierzehn Anzüg', teils licht und teils dunkel,
Die Frack' und die Pantalon, alles von Gunkel,
Wer mich anschaut, dem kommet das g'wiß nicht in Sinn,
Daß ich trotz der Garderob' ein Zerrissener bin.
Mein Gemüt is zerrissen, da is alles zerstückt,
Und ein z'riss'nes Gemüt wird ein' nirgends geflickt.
Und doch - müßt' i erklär'n wem den Grund von mein' Schmerz,
So stundet ich da als wie 's Mandl beim Sterz;
Meiner Seel', 's is a fürchterlichs G'fühl,
Wenn man selber nicht weiß, was man will!

2.
Bald möcht' ich die Welt durchflieg'n, ohne zu rasten,
Bald is mir der Weg z'weit vom Bett bis zum Kasten;
Bald lad' ich mir Gäst' a paar Dutzend ins Haus,
Und wie s' da sein, so werfet ich s' gern alle h'naus.
Bald ekelt mich 's Leben an, nur 's Grab find' ich gut,
Gleich drauf möcht' ich so alt wer'n als der ewige Jud';
[...]
Meiner Seel', 's is a fürchterlichs G'fühl,
Wenn man selber nicht weiß', was man will!


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Dienstag, 7. September 2010

Podcast: Friedells Kulturgeschichte der Neuzeit

Seit Oktober 2008 gibt es auf Radio Orange eine kommentierte Radiolesung von Egon Friedells Kulturgeschichte der Neuzeit. Am zweiten und letzten Donnerstag jedes Monats lesen von 12 bis 13 Uhr verschiedene Gäste den ungekürzten Text und sprechen danach darüber.
Alle Sendungen gibt es auch als Podcast.
[no-na.net/friedell]


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Sonntag, 15. August 2010

Bibliothek ungelesener Bücher

Seit 1997 haben sich über 500 Interviews zu ungelesenen Büchern in der Bibliothek angesammelt. Interviews und Bücher (jeweils mit der Beschriftung "Dieses Buch hat ... noch nicht gelesen.") sind in der Bibliothek ungelesener Bücher einsehbar bzw. über Mini-Disks abhörbar. [Bibliothek ungelesener Bücher]
In einem Interview mit der Presse spricht Julius Deutschbauer über die von ihm gegründete Bibliothek ungelesener Bücher.
Ich habe eine Sammlung von 300 Fragen, daraus suche ich mir jeweils 40 aus. Und die Fragen sind im Konjunktiv gehalten - weil es ja nicht um Wissen geht, sondern um Vermutungen. [Die Presse]
Laut Deutschbauers Angaben sind die am öftesten genannten nicht gelesenen Bücher:
  1. Die Bibel
  2. Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften
  3. James Joyce: Ulysses
  4. Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
  5. Adolf Hitler: Mein Kampf und Karl Marx: Das Kapital
[VÖB Blog]


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Dienstag, 10. August 2010

dctp.tv: Grodek. Klage.


[dcpt.tv]


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Donnerstag, 29. Juli 2010

Literaturzeitschriften in Österreich 1945-1990

Mit dem elektronischen Nachweis von weit über 300 Periodika legt das Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek ein im deutschsprachigen Raum einzigartiges Online-Verzeichnis zum Thema "Österreichische Literaturzeitschriften 1945-1990" vor. [VÖB Blog]
Zum Verzeichnis gibt es eine umfangreiche Einleitung [PDF] und einige Essays zu einzelnen Zeitschriften.


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Samstag, 29. Mai 2010

In der Stadt der Verfolgten

Vor einiger Zeit erzählte mir ein österreichischer Diplomat (in Japan), dass die Armenier Franz Werfel für seinen Roman Die vierzig Tage von Musa Dagh (1933) verehren. Das war mir damals neu. Ich hatte nicht gewusst, dass Werfels Roman über Massaker an Armeniern in der Türkei für jene eine sehr große Bedeutung hat.

Als deutsche Truppen in Österreich einmarschierten, war Franz Werfel gerade in Italien. Am 14. März 1938 schrieb er an seinen amerikanischen Verleger Ben Huebsch:
Es gibt kein Österreich mehr. Ich habe den letzten Rest meiner Sprachheimat verloren [...].
Er kehrte nie mehr zurück. Bis die Deutschen in Frankreich einrückten, lebte er mit seiner Frau Alma in Paris und Südfrankreich. Im September 1940 flohen die beiden zusammen mit Golo und Heinrich Mann und dessen Frau zu Fuß über die Pyrenäen. Von Lissabon nahmen sie ein Schiff und erreichten Mitte Oktober New York. Nach kurzem Aufenthalt in New York ließen sich die Werfels in Los Angeles nieder. Hier starb Franz Werfel 55-jährig am 26. August 1945, nachdem er seinen letzen Roman Stern der Ungeborenen noch fertiggestellt hatte.
Der überwiegende Teil seines Nachlasses befindet sich in der Bibliothek der University of California, Los Angeles. Um darin zu recherchieren, bin ich für kurze Zeit also in L. A.
Bei einem Feueralarm in der Bibliothek heute, der aber keine anderen Auswirkungen hatte, als dass alle das Gebäude verlassen und draußen einige Minuten warten mussten, kam ich mit einer Bibliothekarin ins Gespräch. Nachdem ich ihr erzählt hatte, was ich hier mache, wollte ich in aller Kürze erklären, wer Franz Werfel ist, weil den in den USA natürlich kaum jemand kennt, obwohl er zu seiner Zeit wohl der erfolgreichste deutschsprachige Exilschriftsteller war, er Bestseller in Amerika hatte und Romane von ihm in Hollywood verfilmt wurden. Doch sie unterbrach mich und sagte: "I'm Armenian. I know him!"


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Freitag, 9. April 2010

Street Art aus Tel Aviv in Wien



INOPERAbLE Gallery
8. April bis 1. Mai 2010

ame 72, Broken Fingaz, DoverD, foma <3, Klone Yourself, Know Hope und zero cents.


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Sonntag, 21. Februar 2010

Falco, der Sprachkünstler

the sound of musik, herr präsident wir kennen eine
sprache, diese sprache heißt musik
[Falco: The Sound of Musik (1986), zitiert in Kleinschreibung nach Falco. Lyrics Complete, S. 98]
Es gibt keinen Popstar, den die österreichische Literaturwelt verehrt wie Falco (1957-1998). Besonders deutlich machen das zwei neue Veröffentlichungen, beide herausgegeben von Christian Ide Hintze in der Edition "Schule für Dichtung in Wien" (Residenz Verlag). Im letzten Dezember erschien der Band Falco. Lyrics Complete, in dem auf über 200 Seiten ziemlich alle Liedtexte von Falco gesammelt veröffentlicht wurden. Letzte Woche wurde nun Falco's Many Languages präsentiert. Darin enthalten sind Aufsätze von österreichischen Germanisten und Germanistinnen, die sich vorwiegend dem Phänomen der Mehrsprachigkeit in Falcos Texten widmen. In zahlreichen Texten vermischt Falco nicht nur Deutsch und Englisch, sondern auch Spanisch, Italienisch und Französisch.
falco war in dieser hinsicht geradezu visionär. ahnte er die "makkaronische" sprache des beginnenden 21. jahrhunderts bereits am ende der 70er jahre voraus? englische wörter sind mittlerweile auch der flexion ganz dem deutschen angepaßt [...]. man mag darüber schimpfen oder die achseln zucken oder sogar erfreut sein - es ist eine tatsache, und falco scheint diesen trend als einer der ersten erkannt zu haben. von den zeitgenossen manchmal verächtlich abgetan als "bisweilen abgeschmackte melange aus pidgin-deutsch [...], heavy metal, rapper-jargon [...] und motown-soul", gilt falco heute als "der erste weiße rapper und erfinder des manhattan-hochdeutsch".
[Peter Ernst: "'Falconisch' - Falco und seine Sprachverwendung", in: Falco's Many Languages, S. 132]
Das Interesse von Literaten an Falco beruht auf Gegenseitigkeit; nicht nur dass jene Falco-Texte vortragen, auch Falco las Texte von Rühm, Artmann, Werfel u.v.a. öffentlich vor. Ein Beispiel, das auf faszinierende Weise sowohl die Verbindung von Falco mit der österreichischen Literatur als auch die Vielsprachigkeit in seinen Texten zeigt, ist Charisma Kommando vom Album Data de Groove [Video in niedriger Qualität]. Die zweite Strophe mit Refrain lautet:
nach karl kraus klagt lust um leid
er meint, ich weiß
der weg zu weit
kein weg zu weit
doch hier bist du niemand mehr
the games of torture, aoh!
it's been the domina's singin'
andiamo
perché non tu ti amo?
vamos!
andiamo
perché non tu ti amo
perché non ti amo, she's a

charisma kommando
charisma kommando
she's gonna be a coldblooded thing
charisma kommando
charisma kommando
it's the domina's swing
[Falco: Charisma Kommando (1990), Falco. Lyrics Complete, S. 130]
Mit Kraus bezieht er sich wohl auf folgende Verse aus dessen Gedicht "Abschied und Wiederkehr":
Leid klagt um Lust, ich klage um das Leid;
nun ist es da, so ist die Lust nicht weit.
[Karl Kraus: Abschied und Wiederkehr (1920)]
Weitere Dauerbrenner von Falco auf Youtube:


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Montag, 25. Januar 2010

The Agenda: The Future of Reading

In der Sendung The Agenda des Senders TVOntario diskutierten im Dezember (Ausstrahlung: 16. Dezember 2009) folgende Personen ausgewogen über das Lesen in der Zukunft:
  • Bill Buxton, Microsoft
  • Mark Federman, Ontario Institute for Studies in Education
  • Cynthia Good, Humber College (Toronto)
  • Keith Oatley, University of Toronto
  • Bob Stein, Institute for the Future of the Book
Video: The Future of Reading
[OnFiction]


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